Rheinpfalz-Bericht Abschlusskonzert 125 Jahre Lyra
Rheinpfalz-Bericht Abschlusskonzert 125 Jahre Lyra
Das Jubiläumsjahr im Überblick
Das Jubiläumsjahr im Überblick
125 Jahre Lyra Speyer
125 Jahre Lyra Speyer
 125-jähriges Jubiläum mit neuem Chorleiter
125-jähriges Jubiläum mit neuem Chorleiter

125 Jahre MGV Lyra 1867 Speyer

 

Einhundert fünfundzwanzig Jahre Männergesangverein ,,Lyra" Speyer! Das sind einhundert fünfundzwanzig Jahre unverbrüchliche Treue zum deutschen Lied, in Freud und Leid. Wenn man in der Dom- und Kaiserstadt vom Männergesangverein spricht, denkt man in Ehrfurcht und Dankbarkeit auch an das betagte Geburtstagskind ,,Lyra", das am 10. Oktober 1867 das Licht der Welt erblickt hat. An diesem denkwürdigen Tage beschlossen die Mitglieder der schon einige Jahre früher gegründeten ,,Gesellschaft Lyra" sich nunmehr auch noch dem Männergesang zu widmen. Welch ein Anklang dieser Beschluss der Gründungsmitglieder Renn, Jonitz, Moos, Grehl, Jerns, Köhler und Lipp neben den in Speyer bereits bestehenden Singvereinen gefunden hatte, beleuchtet die Tatsache, dass bereits 1870 der MGV ,,Lyra" 50 aktive Sänger zählte. Die stetige Aufwärtsentwicklung machte es um 1871 notwendig, das Gründungslokal ,,Römischer Kaiser" zu verlassen und in den ,,Schwanen" umzuziehen. Etwa ab 1879 fand der Verein seine ständige Bleibe in der ,,Stadt Nürnberg", in der erst im Obergeschoß und ab 1908 im angebauten Saal die Übungsstunden stattfanden. Heute wie damals. Die erste Stiftungsfeier, so berichtete die Vereinschronik, fand am 2. August 1887 im ,,Peterskeller', statt. Das singende Kind war gerade 20 Jahre alt geworden. Gratulanten und Mitwirkende waren alle Speyerer Gesangvereine. Das 30. Stiftungsfest am 25. September 1897 im alten Stadtsaal sah sechs auswärtige Gastvereine unter den Mitwirkenden. U. a. ,,Lyra" Mannheim und ,,Maschinenbauer" Karlsruhe. Seit der MGV ,,Lyra" im Jahre 1890 dem Pfälzischen Sängerbund beigetreten war, stieg die Zahl der aktiven Sänger auf über 100. Dieser erfreuliche Aufschwung war nicht zuletzt das Verdienst des damaligen Chorleiters Julius Magister. Das im Vereinslokal hängende Gruppenbild zeugt vom untadeligen Sängergeist jener Zeit. Die Feier des 50. Jubelfestes fiel aus. Der Donner der Kanonen im Kriegsjahr 1917 übertönte jede Sangestust. Wir gedenken hier und heute in Ehrfurcht und Dankbarkeit all der Lyra-Sänger, die damals gefallen sind... Die erste Generalversammlung nach dem Ersten Weltkrieg fand am 21. April 1919 statt. Das Protokoll weist 60 anwesende Sänger aus. Hauptlehrer Karl Schulz, der verdienstvolle Vorsitzende des Speyergau-Sängerbundes übernahm an diesem Tage die Chorführung. Sein Nachfolger, der verewigte Kreischorleiter Hanns Kessler dirigierte das Geburtstagskind bis zum Jahre 1925.In dieser Zeit beteiligte sich der MGV ,,Lyra" an mehreren großen Sängerfesten. Beredte Zeugen: die Erfolgszeugnisse. Sie sind heute noch stolzer Besitz des Vereins. Die 60-Jahrfeier vereinte die Lyra-Familie am 16. und 17. Juli 1927 im ,,Wittelsbacher Hof" und im Fidelia-Heim. Es spricht für die kameradschaftliche enge Verbundenheit der Speyerer Gesangvereine, dass sie geschlossen an dieser Jubelfeier teilnahmen: ,,Frohsinn" "Liederkranz", ,,Liedertafel",,,Cäcilienverein",,,Fidelia" und die Gesangabteilungen des Turn- und Fußballvereins. Dr. Gompf, der damalige Vorsitzende des Pfälzischen Sängerbundes, hielt die Festrede. 1933 erlitt der Verein das gleiche böse Schicksal wie tausend andere: die Gleichschaltung durch das NS-Regime. Fahne und Notenmaterial gingen in die Vermassung, die letzten ,,Lyra" - Moneten opferte der unvergessene ,,Papa Roll" anlässlich des letzten Lyra-Ausfluges lieber dem Gott Bacchus als dem neuen Geist. Es ist hier der Ort und die Stunde, diesem zu Lebzeiten so begeisterten Lyraner über das Grab hinaus ein herzliches Dankeschön dafür zu sagen, dass er wenigstens einen spärlichen Teil an Vereinsdokumenten in die Nachkriegszeit herüberretten konnte. Bis zum 23. August 1950 blieb der alte Lyra-Geist stumm. Zweiter Weltkrieg und Politik hatten ihn bis dahin stumm gemacht. An diesem denkwürdigen Abend fand sich ein knappes Dutzend treuer Lyraner im ,,Rheintor" zusammen und erweckte dank der Initiative von Konrad Schäfer und Hans Klein das scheintote Kind zu neuem Leben. Was eine Handvoll Idealisten vermag, zeigte sich jetzt: der Verein blühte wieder auf! Die altehrwürdige Fahne und das meiste Notenmaterialkonnte - wie durch ein Wunder - wiederbeschafft werden. Erster Dirigent war damals Willi Stein, das leider allzu früh verstorbene Ehrenmitglied des Vereins. Unter seiner Stabführung feierte man am 22. November 1952 in der ,,Alten Schwartzschen Brauerei" das 85. Stiftungsfest. Das 90. und 95. schließlich sah die Lyraner im angestammten Vereinslokal ,,Stadt Nürnberg". Dass die meisten Vorsitzenden und Chorleiter zehn und mehr Jahre die Verantwortung getragen haben, beweist den guten Familiengeist der Lyra ebenso wie die Tatsache, dass die Lyra zu allen Zeiten Sänger in ihren Reihen hatte und hat, die 40 und mehr Jahre dem deutschen Lied die Treue gehalten haben. Dieser kurzgedrängte Rückblick auf 100 Jahre ereignisreiche Vereinsgeschichte soll nicht abgeschlossen werden ohne Erinnerung an drei bisher noch nicht genannte Lyra-Dirigenten: an den auf so tragische Weise ums Leben gekommene Hans Hübsch, an Studienrat Poloczek und an Wilhelm Purrmann. Zu Beginn der siebziger Jahre stand die Lyra an einem Neubeginn. Der alte Vorstand, an der Spitze Karl Zimmermann legte sein Amt als Vorsitzender wegen seines angegriffenen Gesundheitszustandes nieder. Bei den Neuwahlen wurde der Vorstand mit neuen Gesichtern geprägt, neuer Vorsitzender wurde Gerhard Werner, 2. Vorsitzender Werner Pfeiffer. Es gab jedoch Spannungen innerhalb der neuen Vorstandschaft, der im Austritt des Rechnungsführers Artur Eilitz seinen Höhepunkt hatte. Als neuer Rechnungsführer fungierte Alois Volk. Trotz dieser Querelen konnte die Lyra mit mehreren Auftritten eine größere Öffentlichkeit begeistern. Als Beispiel sei genannt der Auftritt am 24.5.1970 im Domgarten, zusammen mit dem damals noch amtierenden Gesangverein Liederkranz. Leider war das Jahr 1970 auch geprägt durch den plötzlichen Tod von fünf aktiven Sängern, die teilweise über 20 Jahre dem Verein die Treue hielten. Nach dem teilweise turbulenten Jahr 1970 hoffte bei der Generalversammlung der Lyra am 4.2.1971, der Vorsitzende Gerhard Werner, dass das begonnene Jahr eine Verpflichtung aller aktiven Sänger sein möge, große Teile der Bevölkerung für das Chorwesen zu begeistern. Die Sänger setzten die Bitte des Vorsitzenden auch in die Tat um. Der Veranstaltungskalender war reichlich gefüllt und nicht zuletzt durch den Chorleiter Heinz Kühn dessen Engagement vorbildlich war fand die Lyra breiten Widerhall. Leider erkrankte im Sommer 1971der 1. Vorsitzende Gerhard Werner, der sich einer Operation unterziehen musste. Trotzdem ging das Vereinsleben im Vereinslokal der ,,Stadt Nürnberg" kontinuierlich weiter. Bedingt durch die Erkrankung des bisherigen 1. Vorsitzenden Gerhard Werner, der nicht mehr kandidierte, musste im Jahre 1972ein neuer Vorsitzender gewählt werden. Das war Konrad Schäfer, ihm zur Seite als 2. Vorsitzender Werner Pfeiffer. im übrigen hatte man mit Konrad Schäfer einen erfahrenen Vorsitzenden gewählt, er war bereits schon dreimal 1. Vorsitzender. Es war auch sein Verdienst, dass die Lyra in den fünfziger Jahren auf damals 78 aktive Sänger anwuchs. Was die Aktivitäten DesVereins in diesem Jahr betrafen, so führte man Kontakte erstmals über den Rhein mit dem MGV ,,Deutsche Einheit" Rheinhausen. Diese Kontakte sollten sehr bald Früchte tragen, denn bereits am 28.5.1972 gestaltete die Lyra zusammen mit der ,,Deutschen Einheit" Rheinhausen ein Frühlingskonzert im Adenauerpark. Ferner nahm die Lyra noch an mehreren Veranstaltungen teil, so z.B. beim 11O-jährigen Bestehen des MGV Frohsinn Mechtersheim und der Gegenbesuch am 30.9.1972 in Rheinhausen bei der dortigen ,,Deutschen Einheit". Einen Tanzabend statt eines Vereinsausfluges veranstaltete die Lyra im ,,Löwengarten". Auch wurden Kontakte zum Jugend-Akkordeon-Orchester Georg Martin geknüpft. Im November wurde mit diesem eine Veranstaltung im neuen Speyerer Altersheim durch geführt. Der Erfolg war gut und erfreute die alten Menschen in besonderem Maße. Am 9. Dezember fand in Zusammenarbeit mit der schlesischen Landsmannschaft in der ,,Alten Schwarzschen Brauerei" eine gemeinsame Weihnachtsfeier statt, die man als gelungen bezeichnen konnte. Leider war dieses Jahr auch nicht ganz ungetrübt. Durch die Erkrankung des 1. Vorsitzenden Konrad Schäfer, musste der 2.Vorsitzende Werner Pfeiffer überwiegend die Führung in die Hand nehmen. Er tat dies mit großer Bravour. Am 25.1.1973 fand die Generalversammlung im Vereinslokal ,,Stadt Nürnberg" statt. Von den aktiven Sängern waren leider noch nicht einmal alle da, von den passiven gerade drei Stück. Wie schon erwähnt, war der 1. Vorsitzende Konrad Schäfer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sein Amt auszuführen. Der bisherige 2. Vorsitzende Werner Pfeiffer wurde mit großer Mehrheit zum 1. Vorsitzenden und zum 2. Vorsitzenden Alois Volk gewählt. Am 6.2.1973 fand im Besprechungsraum am Arbeitsplatz des Vorstandsmitglieds Hermann Bergner eine Besprechung statt in dem das 1. Halbjahresprogramm festgelegt wurde. Herausragende Termine waren unter anderem eine Veranstaltung des Sängerkreises Speyer am 18.3.1973 in der Stadthalle Speyer a) Gunsten von ,,UNICEF". Ferner waren als weitere Termine die Teilnahme am 19.5.1973 zum Pfälzer Bundessängerfest in Ludwigshafen geplant, sowie am 17.6.1973 ein Gemeinschaftsausflug aller Speyerer Gesangvereine mit dem Weinexpress der Bundesbahn nach Michelstadt zu fahren. Letzterer wurde wegen zu hoher Unkosten fallen gelassen. Als weitere Veranstaltungen sang die Lyra am 1 .4.1973 im Altenheim und am 6.5.1973 zusammen mit dem Frohsinn Mechtersheim im Adenauerpark, bei der gotischen Kapelle. Weitere Höhepunkte im Jahre 1973 war unter anderem am 27.10.1973 in der Stadthalle eine Veranstaltung unter dem Motto: ,,Heimat am Rhein" an dem alle Speyerer Chöre Frohsinn, Liederkranz, Lyra und der Chor, rrcn Speyer Nord erstmalig gemeinsam teilnahmen. Auch dieses Vereinsjahr war nicht ganz ungetrübt. Es stellte sich im Laufe des Jahres heraus, dass das alte Vereinslokal ,,Stadt Nürnberg" nicht mehr das Niveau hatte, welches ein Männergesangverein gemeinhin vorzog. Der damalige 2. Vorsitzende Alois Volk wurde auf das Nebenzimmer in der Gaststätte ,,Zum Halbmond" aufmerksam gemacht. Die Sängergemeinde fühlte sich bald sehr wohl im neuen Umfeld. Erstmalig fand die Generalversammlung im neuen Vereinslokal im Jahre 1974 ,,Zum Halbmond" statt. Der 1. Vorsitzende Werner Pfeiffer begrüßte eine stattliche Anzahl aktiver und passiver Sänger. Bei der Neuwahl der Vorstandschaft erfolgte ein Wechsel. Nach Wiedergenesung von Gerhard Werner, löste dieser als 1. Vorsitzender den bisherigen Vorsitzenden Werner Pfeiffer ab. Dieser fungierte somit als 2. Vorsitzender. Außerdem wurde auf Grund seiner zahlreichen Verdienste Alois Volk einstimmig zum Ehrenmitglied ebenso Wilhelm Edrich gewählt. Dieser schlug der neuen Vorstandschaft vor, die alte Satzung neu zu überarbeiten. Was die Aktivitäten der Lyraner betraf, so wurden recht vielseitige Akzente gesetzt: Es fing an mit dem Wertungssingen am 9.3.1974 in Römerberg, über einen gemeinsamen Gesang der Speyerer Vereine im Unteren Domgarten am 1.6.1974, bis hin zum Auftritt am 2.2.1975 im Altenheim St. Maühias, wo den alten Leuten viel Närrisches geboten wurde und schließlich das Ständchen für Hans Wentz anlässlich seines 75. Geburtstages. Wie üblich begann das neue Vereinsjahr mit der Generalversammlung am 28.2.1975 im Vereinslokal ,,Zum Halbmond". Dort konnte der 1. Vorsitzende Gerhard Werner zahlreiche Mitglieder begrüßen. Besonders hervorzuheben ist bei dieser Generalversammlung, dass das aktive Mitglied Johann Bender für seine intensive Werbung neuer Mitglieder mit zwei Flaschen Wein bedacht wurde. Johann Bender hatte in relativ kurzer Zeit immerhin 10 neue Mitglieder gewonnen. Ferner wurde von Wilhelm Edrich der Antrag bezüglich eines Vereinsausfluges gestellt. Mit knapper Mehrheit entschied man sich gegen einen Ausflug. Die Aktivitäten der Lyra in diesem Jahr waren wie immer recht vielfältig. Angefangen von der Faschingsveranstaltung im Altenheim in Speyer am 25.1.1975 über das Ständchen Singen am Vorabend zu Eugen Hofmanns 60. Geburtstag, dem großartig gelungenen Folklore Abend in St. Otto am 19.4.1975 mit Mitwirkung des Duos Funk/Schwind sowie der Gesangvereine Liedertafel Dudenhofen und Frohsinn Mechtersheim. Am darauffolgenden Tag sang man zu Ehren der Gefallenen des Jahrgangs 20/21 auf dem Speyerer Friedhof. Wie immer fand am 2. Maisonntag traditionell im Unteren Domgarten die Muttertags Feier mit dem Trachtenverein Pfälzer Land statt. Von einem weiteren Ständchen Singen von Georg Schopp zu seinem 70. Geburtstag am 14.6.1975, der Geburtstagsfeier von Wilhelm Brech am 22.6.1975 zu seinem 80. Geburtstag, der Teilnahme an der Brezelfesteröffnung am 11.7.1975, bis hin zum Heimatabend am 18.10.1975 in St. Otto und dem Gedenken der Gefallenen am 16.11.1975 in der Friedhofshalle und schließlich als Abschluss die traditionelle Weihnachtsfeier im FV-Clubheim, sowie das Krankenhaus Singen im Städtischen Krankenhaus am 23.12.1975. Es war ein ereignisreiches Jahr für die Lyra. Das darauffolgende Jahr 1 976 war wie die vorausgegangenen geprägt von einer Vielzahl von Veranstaltungen. Angefangen hat es im Fasching am 14.2.1976 im Altenheim in Schifferstadt. Außer den Veranstaltungen die jährlich wiederkehrten, sei der 60. Geburtstag von Otto Fröhlich erwähnt, einer der Hauptaktiven in diesen Jahren. Ferner ragte die Teilnahme der Lyra am 100-jährigen Jubiläum bei Concordia Schifferstadt am 28.5.1976 hervor. Außerdem sei der Lieder- und Ehrenabend bei der Liedertafel Dudenhofen erwähnt, der großen Anklang fand. Alles in allem ein Jahr das zufriedenstellend verlief. Außergewöhnlich spät fand im Jahre 1977 die Generalversammlung der Lyra statt, nämlich erst am 2.6j977 im neuen Heim, dem Albertusheim. Diesbezüglich fand bei den Sängern eine rege Diskussion statt, vor allen Dingen deshalb, weil im Jahresbericht, der Ortswechsel vom bisherigen Vereinslokal ,,Halbmond" zum jetzigen Albertusheim mit keinem Wort erwähnt wurde. Doch konnte die Vorstandschaft die anwesenden Sänger sehr schnell beruhigen. Der Grund lag darin, dass dem Wirtsehepaar Seidel gekündigt wurde und für den Verein die Frage akut wurde, welche Konsequenzen daraus zu ziehen seien. Als willkommenen Ausweg wurde deshalb das Albertusheim angenommen. Außerdem wurde den Anwesenden klargemacht, dass in Speyer nur wenige Lokale vorhanden sind, wo es die Möglichkeit gibt, Chorproben gepaart mit geselligem Beisammensein abzuhalten. Anschließend gab es noch weitere lebhafte Diskussionen so etwa um die Veranstaltung eines Opern bzw. Operettenkonzertes in der Stadthalle Speyer am 19.3.1977. Einige Sänger bemängelten die geringe Resonanz der Speyerer Bevölkerung. Andere meinten, dass das Image des Chores neu gestaltet werden müsste. Ein weiterer brisanter Punkt war die Satzungsänderung bezüglich eines gemischten Chores. Es gab hierüber erregte Meinungen, in dem schließlich darauf verzichtet wurde, die Satzung diesbezüglich zu ändern. Das Vereinsleben im Jahre 1977 wies wiederum einige Höhepunkteauf. Ein besonderer Höhepunkt war dabei die Feier zum 1 1O-jährigen Bestehen der Lyra. Diese Feier wurde am 1 5.1 0.1977 im Kath. Vereinshaus begangen. Unter der Obhut von zahlreicher Prominenz z.B. Dr. Egerals Kulturdezernent, dem Oberbürgermeister, dem Beigeordneten Grünewald, dem Fraktionsvorsitzenden Kornmann von der CDU, sowie Boegner von der FWG und last not least den Bundeschorleiter Hans-Jürgen Hoffmann sowie Jakob Hoffelder als Vorsitzenden des Sängerkreises Speyer. Als Gastvereine konnte der 1. Vorsitzende Gerhard Werner die Chöre Frohsinn Mechtersheim, Liedertafel Dudenhofen und den MGV Speyer Nord willkommen heißen. Außerdem begrüßte Gerhard Werner die Schlesische Trachtengruppe und das Franze Quintett, welches auch den Abend musikalisch eröffnete. An diesem Abend gab es auch einige Ehrungen für verdiente aktive Sänger der Lyra. Kreisvorsitzender Hotfelder ehrte hierfür die Mitglieder Georg Roll, Josef Knaus, Wilhelm Edrich und Johann Bender mit der Urkunde und Goldener Ehrennadel des Deutschen Sängerbundes. Hermann Bergner erhielt die Goldene Ehrennadel des Pfälzischen Sängerbundes für 40-jährige aktive Tätigkeit. Harald Mayer bekam die Silberne Ehrennadel für 25-jähriges aktives Singen. Der langjährige hochverdiente Chorleiter Heinz Kühn erhielt aus der Hand des 1. Vorsitzenden Gerhard Werner einen Merianstich. Kulturdezernent Dr. Eger gratulierte im Namen der Stadt, der Lyragemeinde zu ihrem Bestehen und hob besonders den Gesang als kulturtragendes Element hervor. Alles in allem eine gelungene Geburtstagsfeier der Lyra, die am Jahresende ihren harmonischen Höhepunkt mit der Weihnachtsfeier im Albertusheim hatte. Das Vereinsjahr 1978 begann mit der Generalversammlung am 19.1. im Albertusheim. Es war eine von Harmonie getragene und zügige Versammlung. Bei der Neuwahl wurde der 1. Vorsitzende Gerhard Werner sowie der 2.Vorsitzende Werner Pfeiffer einstimmig wiedergewählt. Auch der Veranstaltungskalender der Lyra war wieder reichhaltig. Angefangen vom Ständchen Singen über ein Konzert am 1.4.1978 im Festsaal des Diakonissenkrankenhauses, die Teilnahme an der Kulturwoche am 28.9.1978 in der Stadthalle Speyer, die Weihnachtsfeier am 17.12.1978 im Albertusheim bis hin zum Altennachmittag am 17 .2.1979 in Schifferstadt. Das Jahr 1979 begann traditionsgemäß mit der Generalversammlung. Der Vorsitzende Gerhard Werner konnte 26 Sänger begrüßen. Die Aktivitäten der Lyra hatten im vergangenen Jahr zugenommen. Vor allen Dingen waren es die jungen Sänger, welche besonders tatkräftig die Veranstaltungen unterstützten. Aus diesem Grunde musste lt. Satzung des Sängerbundes ein Jugendwart gewählt werden. Dazu einstimmig gewählt wurde hierzu Wolfgang Wagner. Außerdem wurde auf Vorschlag von dem neuen Schriftführer Otto Fröhlich, alle die Sänger mit einem gravierten Römer belohnt, die weniger als 5 Singstunden fehlten. Es waren dies 11 an der Zahl. Was die Veranstaltungen betraf, so war auch das Jahr 1979 reichlich gespickt. So leisteten die Sänger des MGV-Lyra 1867 einen Beitrag zum kulturellen Leben der Stadt in dem sie bei der Einweihung der Fußgängerzone Korngasse zwei Lieder sangen. Des weiteren traten die Sänger beim 1O0-jährigen Jubiläum des MGV Liederkranz Iggelheim auf. Weitere Höhepunkte waren das Mitwirken beim 12-jährigen Bestehen der Römerberger Blaukehlchen, ebenso beim 75-jährigen Jubiläum des MGV Germania Otterstadt. Ein Leckerbissen in Verbindung mit dem Orchester Franze war das 60-jährige Bestehen des Fußballvereins Speyer. Als letzter Jubelverein im Jahre 1979 besuchte die Lyra die Sangesfreunde Liedertafel Dudenhofen um mit ihnen zusammen das 7S-jährige Jubiläum zu feiern. Im Rahmen der Kulturwoche veranstaltete die Lyra mit Solisten ein Konzert in der gotischen Kapelle im Adenauerpark. Ein absoluter Höhepunkt im Vereinsjahr 1979 war der ,,Pfälzer Owend" im Kath. Vereinshaus. Unter Mitwirkung des MGV Frohsinn Mechtersheim, der Blaskapelle Gommersheim, der Trachtengruppe Pfälzer-Land, die Rentnersänger der Dompfarrei, sowie Mundartgedichte dargebracht von Wolfgang Wagner und Willi Hochlehnert. Ein gelungener Abend, der bei rund 300 Gästen hervorragend ankam. Das Jahr endete mit einem Auftritt auf dem Christkindlmarkt am 2.12.1979 und schließlich ging mit der Weihnachtsfeier am 8.12.1979 ein durchaus erfolgreiches Jahr zu Ende. Am 24.1.1980 begann für die Lyra mit der Generalversammlung im Albertusheim das Vereinsjahr 1980. Sie war gut besucht und ging recht harmonisch über die Bühne. Unter Punkt 6 Satzungsänderung ergab sich eine rege Diskussion. Schließlich wurde der Jahresbeitrag von DM 18,-- auf DM 20,-- erhöht. Was die Veranstaltungen betraf, so war das Jahr 1980 gekennzeichnet von vielen Geburtstagsständchen. So sang man bei Kurt Paulitschek zu dessen 50. Geburtstag, der 1. Vorsitzende Gerhard Werner wurde ebenfalls 50, Eugen Hoffmann zu seinem 65., Franz Weiß zu seinem 70., Hermann Bergner ebenfalls zu seinem 70. sowie Robert Jache der gleichfalls 70 Jahre alt wurde. Leider gab es auch einen traurigen Anlass. Nach langer und schwerer Krankheit geleitete man am 7.8.1980 den noch jungen Sängerkamerad Ingo Pfeiffer zu seiner letzten Ruhe. Was die anderen Veranstaltungen betraf, so sei besonders der Familienabend am 12.4.1980 im Albertusheim erwähnt. Mit dabei war auch Kreisvorsitzender Jakob Hoffelder, der auch einige Ehrungen vornahm. So wurde für 5O-jährige aktive Tätigkeit Karl Zimmermann und für 60 Jahre Franz Dinies geehrt. Gleichzeitig feierte letztgenannter seinen 80. Geburtstag, wobei ihm der 1. Vorsitzende die Glückwünsche der Lyraner überbrachte. Des weiteren nahm der 1. Vorsitzende folgende Ehrungen vor: die goldene Vereinsnadel für 25 Jahre erhielt Werner Pfeiffer, für 20-jähriges Singen eihielten die silberne Vereinsnadel folgende Sänger: Hermann Bergner, Bernhard Kraus, Wolfgang Sauer, Georg Schopp als Sprecher aller passiven Mitglieder, Gerhard Werner und Wilhelm Brech. Für25-jährige Tätigkeit als Notenwart geehrt wurde Wilhelm Edrich. Er erhielt einen Vereinsteller. Was die anderen Auftritte angeht, so sei besonders das Wertungssingen am 4.5.1980 in der Kulturhalle in Waldsee erwähnt. Es wurde für die Lyra ein durchaus gelungener Auftritt. Das Jahr endete für die Lyra am 21.12.1980 mit einem Auftritt auf dem Weihnachtsmarkt. Auch das Jahr 1981 gestalteten die Sänger der Lyra recht aktiv. Neben einigen Ehrungen für verdiente Sänger und einigen Geburtstagsständchen waren weitere Höhepunkte, die Faschingsveranstaltung im Altenheim, die sehr gut ankam, sowie einige Jubiläen wie Trachtenverein ,,Pfälzer Land", ,,Deutsche Einheit" Rheinhausen, ,,MGV Speyer Nord" und schließlich beim ,,MGV Böhl". Des weiteren wurde noch ein Sommerfest veranstaltet und im Rahmen der Kulturtage ein ,,Pfälzer Abend" im Kath. Vereinshaus. Mit dem Singen auf dem Weihnachtsmarkt und der Weihnachtsfeier zum ersten Mal im Agidienhaus, die mit rund 130 Personen eine große Resonanz vorwies, konnte man mit dem Vereinsjahr 1981 sehr zufrieden sein. Geprägt war das Jahr 1982 von einem reichhaltigen Programm. So veranstaltete man einen Familienabend und sang wiederum einige Geburtstagsständchen. Neben der Teilnahme an einigen Jubiläen, ragten besonders die Teilnahme am traditionellen Promenadenkonzert und der ordentliche Sängertag des Pfälzischen Sängerbundes in der Speyerer Stadthalle heraus. Ein ganz besonderer Höhepunkt des Jahres 1982 war zweifellos anlässlich des 115. Geburtstages der Lyra, das geistliche Konzert im Agidienhaus. Auch im Jahre 1983 blieben die Lyraner recht aktiv. So wurden wiederum vielfältige Veranstaltungen selbst gestaltet oder man nahm an Einladungen anderer Vereine teil. Ein Wermutstropfen fiel jedoch in diesem Jahr. Zwei aktive Sänger, nämlich Wilhelm Edrich und Karl Zimmermann, starben nach schwerer Krankheit. Sie waren nicht nur zwei aktive Sänger, sondern trugen auch dazu bei, der Lyra ihr Gepräge zu geben, auf das sie heute noch stolz sein kann. Ansonsten lief das Jahr recht harmonisch und man schloss das Vereinsjahr mit der traditionellen Weihnachtsfeier ab. Mitte der Achtzigerjahre hatte die Lyra hinsichtlich ihrer Mitgliederentwicklung eine gewisse Durststrecke a) überstehen. Das machte sich besonders bei geselligen Veranstaltungen und den Chorproben bemerkbar. Ausdiesem Anlass machte sich der Ausschuss am 9.3.1987 Gedanken, einen gemischten Chor zu gründen um in der Öffentlichkeit attraktiver dazustehen. Von 10 Ausschussmitgliedern stimmten 8 dafür, 2 enthielten der damalige 1. Vorsitzende Gerhard Werner sowie Chorleiter Heinz Kühn versuchten in vielerlei Appellen, die Sänger an die Kameradschaft zu erinnern, welche gerade in einem Gesangverein von großer Bedeutung ist. Glücklicherweise verhallten diese Apelle nicht und so konnte man in diesen Jahren doch zahlreiche Auftritte wahrnehmen, wenn auch manchmal mit geringer Sängerschar. Im Jahre 1988 gab der bewährte Chorleiter der Lyra Heinz Kühn sein Amt nach 27 Jahren in andere Hände. Im April übernahm das Amt des Chorleiters Bernhard Dreier. Dieser feierte seinen Einstand beim Ständchen Singen am 7.5.1988 anlässlich des 50. Geburtstages von Werner Stilgenbauer. Dieser erste Auftritt der Lyra unter seinem neuen Dirigenten konnte sich durchaus hören lassen. Ansonsten war dieses Vereinsjahr wiederum durch allerlei Veranstaltungen geprägt. Ein bitterer Wermutstropfen fiel jedoch zum Ende des Jahres auf die Lyra. Am 21.12.1988 müssten wir unseren langjährigen aktiven Sänger und selbstlosen Mitstreiter (zuletzt Schriftführer) der Vorstandschaft Herrn Otto Fröhlich auf seinen letzten Weg begleiten. Bei der Generalversammlung im Jahre 1989 musste die Lyra nicht zuletzt durch den Tod von Otto Fröhlich ein neuer Schriftführer gewählt werden. Die Versammlung wählte einstimmig hierfür Christiane Boldt. Ebenfalls einstimmig gewählt wurde als neuer Pressewart Thomas Rank. Heiß diskutiert wurde der Jahresausflug, schon deshalb weil mangels Beteiligung im Jahr zuvor dieser ins Wasser fiel. Man beauftragte schließlich den Chorleiter Herrn Dreier einen Wochenendausflug zu organisieren. Herr Dreier nahm dies auch in die Hand. Am 7.l8. Oktober ging die Wochenendfahrt ins Sauerland. Es war ein gelungenes Ereignis. Ansonsten war das Vereinsjahr reichlich gespickt mit Veranstaltungen. Im Jahre 1990 galt es für die Lyra im Rahmen der 2000-Jahr-Feier auf sich aufmerksam zu machen. Dies geschah dadurch, dass die Lyraner am 16.6.1990 in der Bernharduskirche die Schubert-Messe aufführten. Ferner gratulierte der Chor seinem 1. Vorsitzenden Gerhard Werner am 19.5.1990 im Agidienhaus zu seinem 60. Geburtstag. Das Jahr selbst war wieder gekennzeichnet von vielfältigen Veranstaltungen. Das Vereinsjahr 1991 war geprägt durch einen Führungswechsel an der Vereinsspitze. Nach 21 Jahren als 1. Vorsitzender gab Gerhard Werner aus gesundheitlichen Gründen das Zepter an den neuen Vorsitzenden Thomas Rank ab. Dieser versprach die Lyra weiterhin in bewährten Bahnen zu führen gepaart mit fortschrittlichem Denken. Der neue Vorsitzende musste bald erkennen, dass solch ein Amt recht viel Turbulenzen mit sich bringen kann. Sie bestanden darin, dass man dieses Jahr, als das Jahr der Chorleiterwechsel bezeichnen durfte. Nach dem der Gesundheitszustand unseres Chorleiters Bernhard Dreier immer gravierender wurde, gab dieser Ende März sein Amt als Chorleiter auf. Danach kamen zwei weitere Chorleiter, Herr Hradetzky sowie Herr Monzel. Beide gaben sich große Mühe, betonten jedoch gleichzeitig, dass sie ihre Aufgabe bei der Lyra nur vorübergehend betrachteten. Das war für alle Beteiligten eine äußerst unbefriedigende Lösung. Vor allen Dingen im Hinblick auf das 125-jährige Jubiläum im Oktober 1992, kam die Vorstandschaft immer mehr unter Zeitdruck. Schließlich gelang es dem 1. Vorsitzenden Thomas Rank Herrn Wolfgang Herzing als neuen Chorleiter zu gewinnen. Wie sich bald herausstellte war diese Entscheidung absolut positiv. Seit dieser Zeit geht es mit dem Chor kontinuierlich aufwärts. Dies schlägt sich auch dadurch nieder, dass viele Sängerinnen und Sänger regelmäßig die Singstunde besuchen. Durch eine Werbeaktion konnten im April 1992 anlässlich einer offenen Singstunde sechs neue aktive Mitglieder gewonnen werden. Abschließend bleibt festzuhalten, dass ein Gesangverein wie die Lyra nur weiterhin bestehen kann, wenn alle Mitglieder in guten wie in schlechten Zeiten an einem Strang ziehen. Nur so kann dieser Verein guten Gewissens in wenigen Jahren in ein neues Jahrtausend hinüberwechseln, wo dann im Jahre 2017 das 150jährige Jubiläum ansteht.

 

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